Der Sehsinn -Wie sieht er aus?

Der Sehsinn - Wie sieht er aus?


Wie sieht er aus?

Zwei Augen – damit wir räumlich sehen können – mit farbiger Iris und in deren Mitte eine Pupille, durchsichtiger Hornhaut und weißer Lederhaut. Im Inneren die durchsichtige Linse, der Glaskörper und die Netzhaut mit den Sehsinneszellen - den Vorposten des Gehirns.

Das Auge bündelt das Licht, die Netzhaut wandelt das auftreffende Licht in elektrische Reize um, die Sehbahnen transportieren diese Reize durch das Gehirn zum Sehzentrum – hier sehen wir!

Was kann der Sehsinn?

Verschiedene Rezeptoren im Auge sind für unterschiedliche Aufgaben zuständig. Die in der Netzhaut zentral (in der Sehgrube) vorhandene Zapfen sorgen für das Sehen bei Tageslicht und die Wahrnehmung der Farben.

Bei Dunkelheit übernehmen die weiter außen liegenden Stäbchen die Arbeit, die viel lichtempfindlicher sind, aber keine Farben erkennen – deshalb sind bei Nacht alle Katzen grau.
Das wir dennoch den Eindruck haben, mit den gesamten Auge zu Sehen, ist eine Gehirnleistung: Es ergänzt die fehlenden Sinneseindrücke. Das Gehirn ist etwa mit 80% und das Auge mit 20% am Sehvorgang beteiligt.

 

Wie funktioniert das Sehen?

Licht wird durch die Hornhaut gebrochen fällt durch die verstellbare Pupille ins Auge, wird in der Linse gebündelt und auf die Netzhaut projiziert. Dort wandeln Lichtrezeptoren – etwa 120 Mill. Stäbchen für Hell-Dunkel-Wahrnehmung und 6 Mill. Zapfen für die Farben – das aufgenommene Licht in elektrische Signale um. Diese werden über den Sehnerv in die Sehrinde im Großhirn geleitet. Dort findet das bewusste Sehen statt.

Bis zu 40% des Gehirns beteiligen sich an der Verarbeitung der Seheindrücke.

Wie ist das Auge aufgebaut ?

Wie ist das Auge aufgebaut?

Eine Betrachtung im Spiegel:


Vom Auge sind lediglich die äußerst empfindliche weiße Lederhaut (Sklera) und die kreisrunde Regenbogenhaut (Iris) mit dem schwarzen Sehloch (Pupille) in der Mitte von außen sichtbar werden.

Die Augenbrauen leiten den von der Stirn herab rinnenden Schweiß nach der Seite ab.Die beiden Augenlider halten zu grelles Licht vom Auge ab, schützen die Hornhaut des Auges und reinigen mit Hilfe der Tränenflüssigkeit deren Oberfläche ständig von dem anfliegenden Staub.

Die salzig schmeckende  Tränenflüssigkeit wird in der Tränendrüse bereitet, die über dem äußeren Augenwinkel hinter dem oberen Augenlid liegt. Die Tränenflüssigkeit wird durch den Lidschlag über die vordere Augenfläche verteilt und fließt dann im inneren Augenwinkel durch den Tränennasengang zur Nase ab.





Ihre Absonderung dient zur fortwährenden Befeuchtung und Reinigung der Hornhaut. Im Schlaf legen sich die Augenlider wie Vorhänge über das Auge. Die Wimpern auf den Rändern der Augenlider sind als Wächter vor das Auge gestellt. Sie lösen bei Berührung  durch Fremdkörper reflektorisch das rasche Schließen der Lider aus.

Wie bei einem Fotoapparat wird auch im menschlichen Auge der Lichteinfall durch eine Blende, die Regenbogenhaut (Iris), geregelt. Sie liegt vor der Linse an und weist in der Mitte zum Durchtritt des Lichtes eine kreisrunde Öffnung, das Sehloch (Pupille), auf, deren Weite durch ring- und strahlenförmig angeordnete Muskeln verändern werden kann. Bei spärlichem Licht ist die Pupille groß, bei grellem Licht zieht es sich ganz von selbst bis auf eine winzige Öffnung zusammen (Pupillenreflex). Auch trägt die Verkleinerung der Pupille zur Verschärfung des Bildes bei. Die Farbe des Auges rührt von Farbstoffeinlagerungen in die Regenbogenhaut her, sie hat aber mit der Tätigkeit des Auges nichts zu tun. Der Raum zwischen Linse, Regenbogenhaut und Hornhaut ist mit dem klaren Kammerwasser ausgefüllt.


Sehen wir in die Augenhöhle !

Sehen wir in die Augenhöhle...


Das Auge (Augapfel) ist ein kastaniengroßes rundliches bis ovales Hohlorgan. Es liegt, in ein weiches Fettpolster gebettet, geschützt in der knöchernen Augenhöhle. Die Wand  des Augapfels besteht aus drei Schichten. Als äußere Schicht bildet die dicke weiße Lederhaut (Sklera) genannt, eine feste Kapsel, die das Auge schützt und ihm die Form gibt.

Ihr vorderer Teil ist die Hornhaut (Cornea), sie ist etwas stärker gewölbt und vollkommen durchsichtig, so dass an dieser Stelle das Licht wie durch ein Fenster in das Auge eintreten kann.
 Der Raum zwischen Linse, Regenbogenhaut und Hornhaut ist mit dem klaren Kammerwasser ausgefüllt.
Zur Bilderzeugung befindet sich hinter der Hornhaut die glasartig durchsichtige, elastische  Augenlinse.







Die Linsen sind durch strahlenförmig vom Linsenrand auslaufende Bänder, die Linsenbänder (Zonulafasern), an dem Ziliarmuskel befestigt, der an der Grenze zwischen Ader- und Regenbogenhaut liegt und die Linse ringförmig umgibt. Das Augeninnere hinter der Linse ist mit dem wasserhellen gallertartigen Glaskörper ausgefüllt, dessen Druck zur Erhaltung der Kugelform beiträgt. Als zweite Schicht folgt die Ader- oder Gefäßhaut, die zahlreiche Blutgefäße zur Ernährung des Auges enthält. Die Aderhaut ist reich an dunklem Farbstoff (Pigment), der Spiegelungen im Auge verhindert und das Augeninnere schwarz erscheinen lässt.

Als dritte Schicht kleidet die zarte Netzhaut (Retina) die Innenseite des Auges aus. Sie enthält die Sinneszellen, zur Aufnahme der Lichtreize, welche der Sehnerv, der hinten aus dem Augapfel, am blinden Fleck, austritt und  zum Gehirn fortleitet. In der Sehgrube, dem gelbe Fleck (Fovea centralis), sind die meisten Sehsinneszellen angeordnet.  Man kann sie daher mit der lichtempfindlichen Schicht vergleichen, die beim Fotografieren  das Bild aufnimmt.

Wie bewegen sich die Augen?

Wie bewegen sich die Augen?

Zur Bewegung des Auges dienen die Augenmuskeln. Jedes Auge besitzt 6 Augenmuskeln. Die vier geraden Augenmuskeln greifen von hinten her an den Augapfel an, halten ihn in der Augenhöhle fest und bewegen das Auge nach allen Seiten, nasen- und schläfenwärts.






Die zwei schrägen Augenmuskeln verdrehen das Auge um seine eigene Achse. Zusammen verleihen die Muskeln dem Auge auch ohne Bewegung des Kopfes ein weites Blickfeld. "Die Augenmuskulatur ist die aktivste Muskulatur in unserem Körper".


Welche Bedeutung hat die Augenmuskulator?

Welche Bedeutung hat die Augenmuskulatur bei der Bildentstehung?

 

Ein Augenblick dauert biologisch gesehen 0,2 bis 0,3 Sekunden. In dieser Zeit wird ein bestimmtes Bild unverändert auf derselben Stelle der Netzhaut fixiert. Nach diesem "Augenblick" bleiben die betroffenen Sinneszellen noch einige Zeit erregt, erholen sich allerdings so schnell, dass wir in einer Sekunde knapp 18 Bilder unterscheiden können. Lassen sich die Einzelbilder einer Bildfolge nicht mehr unterscheiden, entsteht der Eindruck der Bewegung. Dies ist eine Gehirnleistung.
Beim entspannten Sehen führen die Augenmuskeln bis zu 200 Bewegungen [Saccaden] in der Sekunde aus, auch im Schlaf.
Je anstrengender für einen Menschen das Sehen ist, um so mehr wird aus dem weichen, beweglichen Sehen ein Starren. Die Leichtigkeit und die Geschwindigkeit der Bewegungen sind aber die Voraussetzung für eine optimale Sehschärfe.

Geht diese durch Anstrengung verloren, schaltet das Gehirn automatisch auf ein Stressmuster, den starren Blick, um. Dabei versucht es den Mangel an Geschwindigkeit durch mehr Energieaufwand auszugleichen, indem eine möglichst große Fläche auf einmal vom Blick erfasst und im Gehirn entschlüsselt wird. In Folge der großen Anstrengung verkrampft sich mit zunehmender Dauer der Belastung die Augen-muskulatur und führt zu weiteren Sehanstrengungen und zu Verspannungen bis zu Verkrampfungen in anderen Körperregionen (Nacken, Schultern, Lendenwirbelsäule, Kiefer).

Jede Verspannung im Körper sorgt demnach in Folge der unzureichenden Durchblutung und Verschlackung für eine Störung des Sehvorganges und kann somit Fehlsichtigkeit hervorrufen und Ursache anderer, ernster Augenerkrankung sein.

Je weicher und entspannter die Blickbewegungen, desto besser nehmen wir die visuellen Reize wahr, desto leichter fällt ihre Verarbeitung im Gehirn.


Die gesamte Körperhaltung spielt für den Sehvorgang eine wichtige Rolle. Verspannungen beeinträchtigen beispielsweise die Sehfähigkeit:

  • Ein verspannter Kiefer schränkt indirekt die Beweglichkeit der Augen ein: Ein wichtiger Nerv (Nervus oculomotoris sendet vom Gehirn aus Impulse für die Augenbeweglichkeit) und hat Äste in den Kiefer und in das obere Brust- und Rückenmark hinein.
  • Ein verspannter Nacken beeinträchtigt die Durchblutung der Sehzentren im Gehirn sowie die der Augäpfel und der Augenmuskeln: Der Blutstrom wird vom Herz durch Adern u.a. innerhalb der Nackenmuskulatur in die Sehzentren am Hinterkopf und in Richtung der Augen geleitet. Eine verspannte Nackenmuskulatur schränkt die optimale Blutversorgung des Sehorganismus ein.

  • Ein verspannter Rücken führt ebenfalls zur Einschränkung des Gesichtsfeldes und zu verminderter Augenbeweglichkeit:
    Nur eine harmonische Zusammenarbeit von Augen-, Nacken- und Rückenmuskulatur ermöglicht einen freien Blick.
  • Angespannte Beine, Verspannungen im Becken und in der Wirbelsäule können leicht dazu führen, dass der Muskel- und Gleichgewichtssinn gestört wird, in dessen Folge man sich beim Gehen buchstäblich "mit den Augen in seiner Umgebung festhalten" muss, weil die normale Körperbalance fehlt




Sehhilfe und Beeinträchtigung des Sehsinns?

Was beeinträchtigt unseren Sehsinn ?


Einseitige Sehgewohnheiten:


  • Wer die Augen viele Stunden am Tag überwiegend auf dieselbe Entfernung einstellt z.B. beim Fernsehen, Lesen oder am Computer -, schadet ihnen in zweifacher Weise

    1. Durch zu wenig Lidschlag werden die Augen trocken und gereizt.

    2. Die Augen verlieren mit der Zeit die Fähigkeit, sich flexibel auf verschiedene Entfernungen einzustellen.

  • Wer fast nur im Nahbereich arbeitet, hat ein höheres Risiko für Kurzsichtigkeit.
  • Auch Medikamente können das Sehen beeinträchtigen
  • Unterdrückte, verdrängte Gefühle, die wiederum zu Stress, zu Überforderung führen
  • Schlechte Haltung
  • Zu wenig Bewegung
  • Flache Atmung
  • Falsche Ernährung






Gesunderhaltung des visuellen Systems
Folgende Maßnahmen sollen helfen, die Augen gesund zu halten:

  • Vernünftiger Gebrauch einer Sehhilfe wie der Brille
  • Entspannungs- und Bewegungsübungen für den ganzen Körper
  • Entspannungs- und Bewegungsübungen speziell für die Augen
  • Geistige Entspannungsübungen
  • Übungen zum Zusammenspiel Augen und Gehirn


Wenn Sie die Verantwortung für Ihre Gesundheit selber in die Hand nehmen, kann eine Augenkrankheit sogar eine Hilfe sein, um gesünder zu leben und die Augen zu öffnen für das Wesentliche im Leben.


Egal ob Ihre Sehkraft gut oder schlecht ist, das Training ist
immer sinnvoll.

Ihre Sehleistungen werden erhalten oder verbessert.